Roma Büro Freiburg e.V.
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Gegen die Klischees in vielen Köpfen

Vier junge Roma wandten sich bei einer Diskussion am Internationalen Tag der Roma gegen Benachteiligungen und alte Vorurteile.

Die Sehnsucht nach einem Leben ohne Schubladendenken und Ausgrenzung: Sani Berisha, Valdet Adamaj, Moderatorin Johanna Wintermantel, Bastri Emini und Kasm Cesmedi (von links) beim Internationalen Tag der Roma im E-Werk. Foto: Rita Eggstein

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Sie sind jung und sie sind Roma – und was bedeutet das? Eine Podiumsdiskussion im E-Werk zum Internationalen Tag der Roma mit Vertretern der zweiten Generation vermittelte am Dienstagabend ganz klar ihre Sehnsucht danach, endlich ohne Schubladendenken und Benachteiligungen leben zu können. Doch selbst im rund 200-köpfigen Publikum zeigten sich verbreitete Klischees.

Die Anregung einer Zuhörerin irritiert die vier jungen Männer auf dem Podium. "Warum nehmen die Roma ihr Wandern nicht wieder auf?" fragt die Frau – "Wandern" quasi als Gegenbewegung zur starren deutschen Gesellschaft.

Da sind sie wieder: die alten Bilder von "Zigeunerromantik", von Herumziehen, Musik, Tanz und Lagerfeuer. Kasm Cesmedi, der in Köln Lehramt studiert und als studentischer Mitarbeiter an der Uni Duisburg-Essen forscht, hat sie kurz davor als typische Reaktion von Lehrerkollegen erwähnt – als ein Beispiel für "Philoziganismus". Also als die "gut gemeinte" Kehrseite des feindseligen Antiziganismus – und ähnlich festgefahren. Er ist es, der jetzt der Frau antwortet: "Das wandernde Roma-Volk gibt es doch überhaupt nicht, die meisten sind sesshaft. Und das Wandern war und ist nie freiwillig – sondern gekoppelt an Vertreibung und Flucht." Er stellt auch klar: "Die Roma-Kultur – die gibt es nicht!" Genau diese Botschaft betonen er und seine drei Podiumskollegen auch schon am Anfang der Diskussion, die von Johanna Wintermantel vom "Freiburger Forum aktiv gegen Ausgrenzung" moderiert wird. Sani Berisha, 31-jähriger Sänger der Tübinger Balkan-Brass-Band "Prallasoundsystem", erzählt, dass er in seiner Jugend abwechselnd für einen Türken, Albaner und Brasilianer gehalten wurde und erst spät offen als Roma auftrat. Bei Valdet Ademaj (29), der 1991 aus Montenegro nach Freiburg kam und zurzeit eine Ausbildung zum Gestalter macht, führte der Ärger darüber, wie alle dauernd über "die Roma" sprachen, dazu, dass er sich dem Roma-Kulturverein "Amaro Drom" anschloss. "Wir müssen unsere Position finden, uns organisieren und uns nicht länger von Deutschen an die Hand nehmen lassen!" Er hat einen Film über Roma in Freiburg gedreht, zusammen mit Bastri Emini (26), der vor sechs Jahren aus dem Kosovo nach Freiburg kam und mit der Unsicherheit einer Duldung lebt. Früher hat Bastri Emini in der Flüchtlingsunterkunft an der Hammerschmiedstraße gewohnt, wo er nun gefilmt hat.

Das Filmen war nicht einfach: "Alle hatten Angst und haben gefragt, kommt das im Fernsehen? Sieht das die Stadtverwaltung?" Wenn antiziganistische Vorurteile – aufgeschaukelt von Politikern und Medien – Hochkonjunktur hätten wie zuletzt in der Debatte über Armutsflüchtlinge, müssten sich Roma doppelt fragen: "Wollen wir sichtbar werden?" sagt Kasm Cesmedi. Er kritisiert "das Konstrukt der sicheren Herkunftsländer", mit dem Abschiebungen gerechtfertigt werden, als antiziganistisch. Früher hat er 19 Jahre geduldet gelebt. Jetzt will er die Bildungskarrieren von Roma und Sinti erforschen und zeigen, dass es viele mit viel Bildung gibt – "sie sind bloß nicht sichtbar".

Roma Blut für Freiburg - Mai 2013

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Nihad Nino Pisija aus Sarajewo und gegenwärtig Berlin zeigt seine  Fotografie Serien: Roma in Europa und Duldung Deluxe - Passport (der Sehnsucht) vor. Eröffnung mit dem Künstler am 26.4. 19 Uhr im Centre Cultural Francais Freiburg, Münsterplatz 11. 

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